Neues Luxus­hotel in Alsternähe geplant

Neues Luxus­hotel in Alsternähe geplant 150 150 QUEST Investment Partners

Neues Luxus­hotel in Alsternähe geplant

Quelle: Abendblatt.de
Foto: Marcelo Hernandez
Beitrag: Ulrich Gaßdorf

Die Projekt­ent­wickler von Quest setzen auf Immobilien und Grund­stücke in der City, eines liegt direkt neben dem Vier Jahres­zeiten.

Hamburg. Das unscheinbare Backsteinhaus steht an der Großen Theater­straße – nur wenige Meter von der Binnen­alster entfernt und in direkter Nachbar­schaft zum Hotel Vier Jahres­zeiten. Wenn es nach Theja Geyer und Jan Rouven Künzel geht, geschäfts­füh­rende Gesell­schafter von Quest, dann wird in dieser Eins-a-Lage ein Luxus-Boutique- Hotel mit rund 100 Zimmern entstehen.

Das bestehende Gebäude soll abgerissen und dort bis 2021 ein sieben­ge­schos­siger Neubau mit weißer Fassade und franzö­si­schen Balkons geschaffen werden: „Die Lage ist bestens geeignet für ein Hotel. Zudem steht die Immobilie nicht unter Denkmal­schutz, das heißt, ein Abbruch ist möglich. Wir führen bereits Gespräche mit möglichen Betreibern. Das Interesse ist groß“, sagte Künzel dem Abend­blatt. Es solle ein indivi­du­elles Hotel werden, das höchsten Ansprüchen gerecht werde und das es so in der City noch nicht gebe.

Lage, Lage, Lage
Die beiden Quest-Chefs sitzen in ihrem Büro an den Hohen Bleichen. Hier werden die Geschäfts­partner in großzü­gigen licht­durch­flu­teten Räumen empfangen. Gemeinsam mit Rechts­anwalt Detlef Broszehl und Reeder Erck Rickmers, der auch Vorsit­zender des Beirats ist, haben die beiden Projekt­ent­wickler das Unter­nehmen im Juni 2016 gegründet und sind seitdem auf Einkaufstour. Die Innen­stadt und die Altstadt sind ihr Revier. Eines der Objekte ist das Haus an der Großen Theater­straße: „Es geht bei uns immer um die Lage. Wir sind darauf spezia­li­siert, bestehende, gern auch denkmal­ge­schützte Gebäude zu sanieren oder zu erweitern. Aber natürlich sind wir auch für Neubau­pro­jekte offen“, sagt Künzel.

An diesen Straßen wird gebaut
Aktuell ist das an der Neuen Burg in direkter Nachbar­schaft zum Mahnmal St. Nikolai der Fall. Die Baugrube wurde bereits ausge­hoben. Bis 2020 soll dort nach den Entwürfen der Hamburger Archi­tekten Stölken Schmidt ein Büroge­bäude mit 6500 Quadrat­metern Brutto­ge­schoss­fläche und Einzel­handel sowie Gastro­nomie im Erdge­schoss entstehen. Zudem baut Quest am Cremon 1: „Der Standort liegt im Herzen der Altstadt am ehema­ligen Hafentor. An diesem geschichts­träch­tigen Ort begann 1188 die Entwicklung des Hamburger Hafens“, sagt Künzel. Der Neubau wurde entworfen vom renom­mierten Hamburger Büro gmp Archi­tekten Gerkan, Marg und Partner. Mit Blick auf den Nikolaifleet sollen dort neben Büros auch zehn hochpreisige Mietwoh­nungen bis 2020 entstehen. Das daneben liegende Bürohaus aus den 70er-Jahren gehört ebenfalls dazu und wurde bereits moder­ni­siert.

Wer den Baumwall in Richtung Landungs­brücken entlang­fährt, dem fällt ein markantes Eckge­bäude gegenüber der UBahn- Halte­stelle auf. Die Rede ist vom Überseehaus. Das wurde Anfang der 80er-Jahre erbaut und von Quest gemeinsam mit der Allianz im vergan­genen Jahr aufge­kauft: „Wir moder­ni­sieren dieses Gebäude, schaffen einen reprä­sen­ta­tiven Eingangs­be­reich. Wir wollen das Dachge­schoss neu gestalten und die Flächen­nutzung optimieren“, sagt Künzel.

Seit 14 Jahren sind die beiden Projekt­ent­wickler in der Branche tätig. Zuletzt waren sie bei Art-Invest für die Revita­li­sierung des Gebäu­de­kom­plexes der ehema­ligen Vereins- und Westbank am Alten Wall mit verant­wortlich. Aber die Immobi­li­en­ex­perten „wollten etwas Eigenes“ machen. „Mit Erck Rickmers und Detlev Broszehl haben wir die richtigen Partner gefunden. Wir kümmern uns um das operative Geschäft“, sagt Geyer.

Ein Neubau entsteht an der Straße Neue Burg. Dort soll ein Büroge­bäude mit Flächen für Einzel­handel und Gastro­nomie im Erdge­schoss gebaut werden. Der Entwurf stammt von dem Hamburger Büro Stölen Schmidt Archi­tekten.

Ein Luxus-Boutique-Hotel (l.) soll an der Großen Theater­straße entstehen, direkt nebenan ist das Vier Jahres­zeiten.

20 Mitar­beiter arbeiten für die Projekt­ent­wickler
Die Gesamt­in­ves­tition von Quest liegt aktuell bei rund 660 Millionen Euro. Seit der Gründung hat das Unter­nehmen in Hamburg 19 Immobilien erworben. Der 1968 erbaute denkmal­ge­schützte Kallmorgen Tower an der Willy-Brandt-Straße gehört dazu. Das Hochhaus hat der Anbieter Spaces inzwi­schen zum größten Co-Working-Space der Stadt gemacht. Auch das histo­rische Kontorhaus Elbhof am Steinhöft, das als Bürofläche genutzt wird, gehörte zum Portfolio. In erster Linie wechseln die Immobilien nach der Revita­li­sierung bezie­hungs­weise nach dem Neubau den Besitzer. Zu den Käufern zählen insti­tu­tio­nelle Anleger wie Versor­gungs­kassen oder private Großan­leger.

Inzwi­schen arbeiten für die Projekt­ent­wickler rund 20 Mitar­beiter, auch ein Büro in Berlin wurde eröffnet: „Natürlich hängt unser Herz an Hamburg, und wir prüfen hier weitere Kaufop­tionen in zentralen Lagen. Aber der Berliner Markt ist ausge­sprochen spannend, denn dort gibt es noch einige Ecken, die sich in den nächsten Jahren positiv entwi­ckeln werden“, sagt Künzel. Zu den Immobilien in der Bundes­haupt­stadt gehört das in den 20er-Jahren erbaute Lenzhaus an der Kurfürs­ten­straße. Es erinnert an ameri­ka­nische Hochhäuser aus dieser Zeit.

Für Geyer und Künzel kommen nur „deutsche Großstädte für ihre Projekt­ent­wick­lungen infrage.“ Deshalb sind sie auch in Frankfurt am Main aktiv, haben dort das einstige Hotel Hohen­zollern unweit vom Haupt­bahnhof erworben. Das 1910 errichtete Gebäude wird zu einem Bürohaus mit Einzel­handel und Gastro­nomie umgewandelt. Auch in München soll in den nächsten Wochen ein neues Projekt vorge­stellt werden.

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